Frankfurter Häuserkampf 1970 – 1974

2020 jährt sich ein Frankfurter Stadtereignis: Im Jahr 1970 wurde in der Eppsteiner Straße 47 das erste Haus im Frankfurter Westend besetzt. In den folgenden Jahren, bis zur Räumung der Häuser „Bockenheimer Landstraße/Ecke Schumannstraße“ im Jahr 1974, kam es zu zahlreichen (14? 16?) weiteren Hausbesetzungen und Mietstreiks in Frankfurt, insbesondere im Westend

Die Heftigkeit der Auseinandersetzung um besetzte Häuser, Räumungen und die Spekulation in Folge der damaligen Stadtplanungen, die Konsequenzen und Lehren für die Stadtentwicklung und die Stadtpolitik – es ist ein sehr spannendes Kapitel der Frankfurter Zeitgeschichte.

Mythos Häuserkampf

„Als Symbol skrupelloser Zerstörung und Seelenlosigkeit der Stadt ist das Westend in die Annalen Frankfurts eingegangen.“ Kulturothek 2019, Westend: Bürgerstolz und Häuserkampf

„Der Frankfurter Häuserkampf markiert einen Wendepunkt in der Geschichte von urbanen städtischen Bewegungen in Deutschland.“ Technische Universität Darmstadt 2018

Das sind beispielhafte Einschätzungen. Dennoch und überraschend: Dieses spannende Kapitel der Zeitgeschichte ist gar nicht geschrieben! Bis zum heutigen Tag ist das vorherrschende Element beim Stichwort Frankfurter Häuserkampf: Legendär. Damit wird die Tatsache beschönigend formuliert, dass es 45 bis 50 Jahre später  noch immer   k e i n e   wissenschaftliche Untersuchung über diesen Frankfurter Stadtkonflikt gibt. Erschienen sind Zeitzeugenberichte und Darstellungen, noch ohne historischen Abstand, zuletzt Anfang der 80er Jahre.

Immerhin zweimal kommt auf den Webseiten der Stadt Frankfurt (www.frankfurt.de) auch das Wort Häuserkampf vor, im Kontext der Geschichte der Hochhäuser und „Wie Frankfurt Großstadt wurde“. Zitat:  „Anfang der 70er Jahre stellte der legendäre „Häuserkampf“ in der Auseinandersetzung mit der Bodenspekulation und der Bebauung des Westends die Frage nach der „Abkopplung des Sozialen von der Ökonomie“ beim Bauen neu.“

 

Wie es sich für legendäre Ereignisse gehört: Es gibt viele, sehr viele Zeitzeugen und Interpreten, aber es gibt keine mit einem historischen Abstand geschriebene Publikation. Es gibt sehr viel Material und die Zeit drängt, die bisher noch nicht gesammelten Dokumente, Berichte, Fotos usw. für die Zukunft zu sichern. Befragt werden müssen viele Zeitzeugen, um die bisherige Sichtweise auf die Häuserkämpfe zu erweitern.

Aktualität
Gibt es eine Aktualität der damaligen Themen, Konflikte und Kämpfe für unsere Zeit, angesichts stetig steigender Mieten und Wohnungspreise?
Kann die Geschichte der Frankfurter Häuserkämpfe etwas zu den  Fragen „Wem gehört die Stadt?“ und „Wie stellen wir uns die Städte der Zukunft vor?“ beisteuern?

Das Institut für Selbstorganisation e.V. und der gerade gegründete Verein Frankfurter Archiv der Revolte haben jetzt die Initiative ergriffen. Wir planen die Ausstellung „Frankfurter Häuserkampf 1970-1974“  für den Frühsommer 2020/Herbst 2020.

Wir brauchen Sie!
Sind Sie Zeitzeugin oder Zeitzeuge? Kennen Sie damalige Akteure? Dann können Sie uns helfen und mit uns Kontakt aufnehmen: info@archiv-der-revolte.de

Was wir uns wünschen

Dokumente zum Wohnungs- und Häuserkampf in Frankfurt der Jahre 1970-1974: Flugblätter, Mietverträge, Räumungsklagen, Plakate, Zeitungen, Fotos, Reader … usw. 

Temporäres Projektbüro | Finanzielle Förderung  | Einen Platz für das Frankfurter Archiv der Revolte im Offenen Haus der Kulturen / Studierendenhaus

Unsere Kontaktdaten: Frankfurter Archiv der Revolte e.V. | Postfach 90 01 19 | 60441 Frankfurt am Main Ansprechpartner: Michaela Filla | Rolf Engelke | Norbert Saßmannshausen

Kontakt: Frankfurter Archiv der Revolte e.V. | Postfach 90 01 19 | 60441 Frankfurt am Main

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