Ausstellung: 18. September bis 18. Oktober 2020. Eröffnung: 17. September 2020

ÖFFNUNGSZEITEN (Stand 21..9.2020)

Montags: 15-19 Uhr
Mittwochs:  17-21 Uhr
Donnerstags: 15-19 Uhr
Sonntags: 15-18 Uhr

HYGIENEKONZEPT

Die Ausstellung findet in einem gut durchlüfteten 100 m² großen Raum statt. Der Ausstellungsraum darf maximal von 17 Personen gleichzeitig betreten werden. Größere Gruppen bitten wir um Anmeldung. Am Einlass und in der Ausstellung stellen wir Desinfektionsmittel bereit. Bitte haltet den Mindestabstand von 1,5 m ein und tragt einen Mund-und Nasenschutz.

ANMELDUNG

Wenn ihr die Ausstellung mit einer Gruppe ab 5 Personen besuchen wollt, meldet euch bitte über info@archiv-der-revolte.de an. Da die Teilnehmer*innenanzahl bei Veranstaltungen beschränkt ist, bitten wir auch hier um Anmeldung.

PROGRAMM

Das Programm zur Ausstellung >

Presseberichte zur Ausstellung in der Frankfurter Rundschau und  in der Frankfurter Neuen Presse. 


Ausstellung

Dieses Haus ist besetzt!
Frankfurter Häuserkampf 1970 – 1974

2020 jährt sich ein Frankfurter Stadtereignis: Am 19. September 1970 wurde mit Besetzung der Eppsteiner Straße 47 im Frankfurter Westend das erste Haus in der BRD besetzt. In den folgenden Jahren, bis zur Räumung der Häuser „Bockenheimer Landstraße/Ecke Schumannstraße“ im Jahr 1974, kam es zu zahlreichen weiteren Hausbesetzungen, Mietstreiks und Demonstrationen in Frankfurt. Auslöser war eine massive Wohnraumzerstörung und deren Folgen im Zuge der geplanten City-Erweiterung ins Westend.

Obwohl der Frankfurter Häuserkampf einen Wendepunkt in der Geschichte von urbanen sozialen Bewegungen in Deutschland markiert (Sabrina Schindling, Technische Universität Darmstadt, 2018) wurde diesem spannenden Kapitel der Frankfurter Zeitgeschichte bislang keine Ausstellung gewidmet.

Die Ausstellung Dieses Haus ist besetzt! beleuchtet die Entwicklung der Frankfurter  Häuserkampfbewegung von der ersten Hausbesetzung im September 1970 bis zu Räumung des „Blocks“ im Februar 1974. Neben den Hausbesetzungen werden die Mietstreikbewegung der Gastarbeiter*innen und migrantischen Linken und andere emanzipatorische Projekte vorgestellt. Zahlreiche Dokumente, Filme, Literatur, Musik und Kunst zeugen von kreativen, widerständigen Aktionen gegen Diskriminierung, Rassismus und unwürdige Wohnverhältnisse.

Eine Ausstellung von: Frankfurter Archiv der Revolte e.V., Offenes Haus der Kulturen e.V. und Institut für Selbstorganisation e.V.

Ausstellungsteam: Rolf Engelke, Michaela Filla-Raquin, David Höhnerbach, Gottfried Oy, Norbert Saßmannshausen

Mit künstlerischen Arbeiten von Alexander Kluge, Eleonora Herder / andpartnersincrime und Mathias Weinfurter.

Ausstellungsarchitektur: Material für Alle

Graphik: Sophia Streit

Das Veranstaltungsprogramm zur Ausstellung wurde in Kooperation mit Turn the Corner, Kinothek Asta Nielsen, ada_kantine, KunstGesellschaft, Route der Industriekultur Junior, ein Projekt der KulturRegion FrankfurtRheinMain und profikollektion konzipiert.

Die Ausstellung wird unterstützt vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, der Stiftung Citoyen, dem AStA der Goethe-Universität Frankfurt und dem Ortsbeirat 2 der Stadt Frankfurt am Main.

 

Mythos Häuserkampf

„Als Symbol skrupelloser Zerstörung und Seelenlosigkeit der Stadt ist das Westend in die Annalen Frankfurts eingegangen.“ Kulturothek 2019, Westend: Bürgerstolz und Häuserkampf

(!) In die Annalen eingegangen und dennoch: Dieses spannende Kapitel der Zeitgeschichte ist gar nicht geschrieben! Bis zum heutigen Tag ist das vorherrschende Element beim Stichwort Frankfurter Häuserkampf: Legendär. Damit wird die Tatsache beschönigend formuliert, dass es 45 bis 50 Jahre danach  k e i n e   wissenschaftliche Untersuchung über diesen Frankfurter Stadtkonflikt gibt. Erschienen sind Zeitzeugenberichte und Darstellungen, noch ohne historischen Abstand, zuletzt Anfang der 80er Jahre.

Immerhin zweimal (!)kommt auf den Webseiten der Stadt Frankfurt (www.frankfurt.de) auch das Wort Häuserkampf vor, im Kontext der Geschichte der Hochhäuser und „Wie Frankfurt Großstadt wurde“. Zitat:  „Anfang der 70er Jahre stellte der legendäre „Häuserkampf“ in der Auseinandersetzung mit der Bodenspekulation und der Bebauung des Westends die Frage nach der „Abkopplung des Sozialen von der Ökonomie“ beim Bauen neu.“

 

Wie es sich für legendäre Ereignisse gehört: Es gibt viele, sehr viele Zeitzeugen und Interpreten, aber es gibt keine mit einem historischen Abstand geschriebene Publikation. Es gibt sehr viel Material und die Zeit drängt, die bisher noch nicht gesammelten Dokumente, Berichte, Fotos usw. für die Zukunft zu sichern. Befragt werden müssen viele Zeitzeugen, um die bisherige Sichtweise auf die Häuserkämpfe zu erweitern.

 

 

Wir brauchen Sie!
Sind Sie Zeitzeugin oder Zeitzeuge? Kennen Sie damalige Akteure? Dann können Sie uns helfen und mit uns Kontakt aufnehmen: info@archiv-der-revolte.de

Bockenheimer 111 – Nach der Räumung und dem Abriss war die “111” jahrelang eine Baugrube.