Frankfurter Archiv der Revolte | Ausstellung „50 Jahre Frankfurter Häuserkampf“

 

Im Mai 2019 wurde das „Frankfurter Archiv der Revolte“ gegründet. Das Archiv füllt eine Lücke: Es gibt in Frankfurt am Main keinen Ort und keine Institution, die dem zeitgeschichtlichen Großereignis „68“ und seinem danach folgenden langen roten Jahrzehnt (Gerd Koenen) die ihm gebührende Aufmerksamkeit widmet bzw. widmen kann.

Das Archiv der Revolte hat seit 15.5.2020 einen Raum in der Mertonstraße 30/Ecke Graefstraße (dem ehemaliges Gebäude der Akademie der Arbeit). Mittel- und langfristig strebt das Archiv einen Platz im jetzigen Studierendenhaus auf dem Bockenheimer Uni-Campus an, im zukünftigen Offenen Haus der Kulturen

.

Unterstützung !

Das Frankfurter Archiv der Revolte benötigt ideelle und materiale Unterstützung. Dokumente & Erinnerungen, Hinweise auf Zeitzeugen und Materialien. Wir bitten also um einen Gang in den Keller und die Überlassung dort gelagerter Dokumente, sortiert oder unsortiert. Ein aufbewahrtes Transparent, ein Helm, ein Foto-Album wir wollen alles.

Der Archiv-Verein ist als gemeinnützig anerkannt: Spenden sind also nicht nur erwünscht, sondern steuerlich absetzbar.
Spenden ermöglichen sowohl die Finanzierung der laufenden Aufwendungen für den Archiv-Raum, für die Ausstattung des Archivs (wir benötigen einen professionellen Scanner   u n d   eine Erstausstattung des Archiv-Raums, also Kühlschrank (gerne auch gut & gebraucht).

 

Warum ist ein Frankfurter Archiv der Revolte notwendig

  • Es gibt keine Geschichte des Frankfurter SDS, obwohl in Frankfurt am Main neben West-Berlin die bedeutendste Gruppe des SDS existierte und hier Hans-Jürgen Krahl (neben Rudi Dutschke) der Sprecher des SDS lebte.
  • Es gibt keine Geschichte des RK bzw. des Revolutionären Kampfes, der Kerngruppe der späteren Frankfurter Sponti-Bewegung, die mit ihren Interventionen „beim Opel“ und in anderen Betrieben sprichwörtlich wurde und auch maßgeblich die „Häuserkampfbewegung“ ab 1971 im Stadtteil Westend beeinflusste.
  • Es gibt keine Geschichte des Pflasterstrand (1976 bis 1991). Es gibt keine Geschichte der alternativen Zeitschriften und Stadtzeitungen (AZ – Andere Zeitung, Hauptwache, ID=Informationsdienst zur Verbreitung unterbliebener Nachrichten).
  • Es gibt keine Geschichte der Frankfurter K-Gruppen, insbesondere des KBW, der in der Mainzer Landstraße 147 seine Zentrale hatte und in vielen Konflikten der damaligen Zeit intervenierte.
  • Es gibt (fast) keine Darstellungen der aus der „Alternativbewegung“ hervorgegangenen oder damals bestandenen Betriebe, der Kneipen, der pädagogischen Projekte, der Zentren (Druckladen, Juz, Stadtteilzentren wie Gallus-Zentrum etc.), der Buchläden, der Verlage …
  • Die Anfänge der Neuen Frauenbewegung (Frauenzentren, Zeitschriftenprojekte, Buchladen) und die Anfänge der Ökobewegung sind z. T. wenig oder unzureichend erforscht und dokumentiert.
  • Dies gilt auch für die expliziten Organisationsansätze der Neuen Linken (beispielsweise des Sozialistischen Büros) und den Versuchen alternativer Infrastrukturen, z. B. dem Club Voltaire.

Ausstellungsprojekt „Frankfurter Häuserkampf 1970-1974“

Im September 1970 wurde in der Eppsteiner Straße 47 im Frankfurter Westend das erste Haus besetzt. Es folgten viele weitere Besetzungen und zahlreiche Mieterstreiks. Das Frankfurter Archiv der Revolte bereitet eine Ausstellung zum Frankfurter Häuserkampf vor, geplant für den Herbst 2020. Natürlich in Kooperation mit vielen anderen Institutionen und Projekten.

Die Ausstellung soll/wird den legendären Häuserkampf dokumentieren (was überraschenderweise bislang nicht systematisch erfolgte), veranschaulichen und Bezüge zu den aktuellen Debatten („Wem gehört die Stadt?“ u.s.w.) ermöglichen.

Die generelle Aufgabe des Archiv-Vereins ist es die umfangreichen Zeugnisse der sozialen Bewegungen in Frankfurt für die Zukunft zu sichern. Dies ist auch ein zentraler Aspekt bei der Ausstellung zum Frankfurter Häuserkampf: Viele Materialien sind bedroht und Zeitzeugen müssen jetzt befragt werden, bevor es dafür zu spät ist. Akteure der Kämpfe, Bewohner der Häuser: Wir wollen sie befragen und ihre Erinnerungen festhalten und Dokumente von damals sichern helfen.

 

Frankfurter Archiv der Revolte

Bilder einer künftigen Ausstellung: 1974