Aus Anlass der ersten Hausbesetzung in Frankfurt am Main vor 50 Jahren organisierte ein Team des “Frankfurter Archiv der Revolte“ im Herbst 2020 die Ausstellung Dieses Haus ist besetzt! Frankfurter Häuserkampf 1970–1974. Die Ausstellung hatte die Hintergründe und Verlaufsformen des bundesweit ersten Zyklus von Hausbesetzungen zum Gegenstand und fand ein großes Interesse. Die Ausstellungsdokumentation bringt die wandzeitungsartige Zeitreise durch den Gang der urbanen Kämpfe der frühen 1970er Jahre in Buchform – ein Wunsch, der von zahlreichen Besucher*innen geäußert wurde. Dabei steht die Präsentation von Dokumenten über die Realitäten der sozialen Bewegungen – Politik und Alltag – mit Faksimiles von zeitgenössischen Flugblättern, Plakaten, Zeitschriften und Broschürenliteratur sowie eine überarbeitete Fassung der Begleittexte im Vordergrund. Ergänzt wird dies durch eine knappe Chronik der Hausbesetzungen und Mietstreiks der 1970er Jahre und Überblicksbeiträge zur Bedeutung des Häuserkampfes für die Geschichte der sozialen und politischen Bewegungen in Frankfurt.

 

Herausgeber: Frankfurter Archiv der Revolte e.V. | Offenes Haus der Kulturen e.V. | Institut für Selbstorganisation e.V.
Verlag: Institut für Selbstorganisation, Dezember 2020. ISBN 9783982140711.
Erhältlich im Buchhandel, direkt beim Verlag und beim Frankfurter Archiv der Revolte. € 16.

“Nach der Durchsicht und Lektüre des Ausstellungsbands über die Frankfurter Häuserkämpfe kann ich nur sagen: ihnen ist eine vorbildliche Dokumentation gelungen – bis in die begrifflichen Details. Wie Sie sich denken können war das eine stürmische Wiederbegegnung – die Texte und Fotos haben viele verschüttete Erinnerungen wachgerufen. Es war eine dichte und intensive Zeit, und einige Jahre lang war Frankfurt der Knotenpunkt und Halteort meiner Reiserouten ´nach Süden´.
Eindrucksvoll ist auch, wie sich die damaligen Bemühungen zur ´Urbanisierung´ der Kämpfe – von der Aneignung der Abrissquartiere über Mieterstreiks und Rote Punkt-Kampagnen – in der Realität der Kämpfe widerspiegelten.”

Herzlichen Dank, Karl Heinz Roth, Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts